Trümmerfrauen als Anstoss

Ein Bild von den Trümmerfrauen in Deutschland gleich nach dem Zweiten Weltkrieg berührte mich. Das gab den ersten Impuls zum Stichwort «Steineklopfen». Selbstverständlich haben schlussendlich nur wenige der über 2000 Gedichte tatsächlich mit Steinen zu tun. Aber immer wieder einmal tragen Gedichte Titel wie «Steinzeiten» oder «Versteinerte Erinnerungen».

Ich hatte selbst als kleiner Bub Backsteine aus einer Bombenruine zu holen. Mit einem Leiterwägelchen musste ich sie zu unserer Baustelle karren, wo mein Vater an unserem Einfamilienhäuschen arbeitete.

Später bekam ich die imposanten Dom-Bauten zu Gesicht. Ich bewundere noch heute die Präzision der Dombauhütten. Ob in Frankfurt, in Mainz, in Chartres oder in Basel: die exakt behauenen Steine der Münster, Kathedralen und Dome strahlen konzentrierte Energien aus.

Noch verblüffter war ich, als ich in Ägypten erstmals die grossen Pyramiden und die sie umgebenden Zugänge dazu sah. Mit hochmodernen Computer-Robotern bringt man es heute kaum besser hin.

Ganz abgesehen davon, dass für mich jede menschliche Tätigkeit mit Energien zusammenhängt. Je direkter und bewusster eine Tätigkeit ausgeführt wird, desto intensiver lädt sich die Energie in die bearbeitete Materie. Ein Kunstwerk schwingt dann mehr oder weniger, vermittelt weniger oder mehr Energie. Wir sagen, es spricht an – es klingt nach.


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